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Interview mit Ruben List von »flexini«

Digitalisierung für die Fahrradbranche: Mit flexini zur 24-Stunden-Fahrradwerkstatt

von Robert Franzen, 5. Juni 2019 08:15
Das Fahrradfahren erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man spart Benzinkosten, steht weniger im Stau, ist darüber hinaus noch an der frischen Luft und tut etwas für seine Gesundheit und Fitness. Wer da seinen nächsten Fahrradladen kennt, ist klar im Vorteil. Das haben sich auch Dominic Land, Holger D. Schauf und Ruben List gedacht, die gemeinsam die Online-Fahrradhändler-Plattform »fleixini« gegründet haben. Mehr dazu im Interview

Zum Einstieg erst einmal: Was genau ist denn »flexini« und wie funktioniert es?

Ruben List: Mit flexini sind Fachhändler auch nach Ladenschluss 24/7 online für Kund*innen erreichbar und können diesen die Online-Terminvergabe anbieten. Unsere Plattform ermöglicht Radfahrer*innen, in wenigen Schritten den passenden Fachhändler in ihrer Nähe zu finden und online Termine zu buchen. Mit dem dazugehörigen Terminverwaltungstool können Fahrradhändler ihre Termine effizient und komfortabel organisieren.

Was macht flexini Eurer Meinung nach so besonders?

List: Es gibt kein Online-Terminvergabe-Tool, was so auf die Bedürfnisse und Besonderheiten des Fahrradhandels ausgerichtet ist wie flexini. Wir sind schon viele Jahre in der Branche tätig und kennen die Probleme der Händler - gerade im Bezug auf die Digitalisierung. Wir bieten hervorragendes technisches Know-How gepaart mit Branchenwissen!

Wir planen außerdem die Erweiterung des Werkstattkalenders und die Integration von flexini in bestehende CRM- und ERP-Systeme. Außerdem werden wir den teilnehmenden Händlern einen Marketing-Service anbieten, mit dem sie Aktionen, Sales, Angebote, Gewinnspiele usw. promoten können.

Wie ist die Idee für flexini entstanden?

List: Wir alle interessieren uns seit der Jugend für digitale Projekte und haben auch schon vor dem Berufsleben eigene Ideen digital umgesetzt. Wir haben lange in der Zweiradbranche gearbeitet, sind selber Radfahrer und die Idee eines dynamischen Werkstattkalenders für Fahrradläden schwirrte schon einige Zeit in unseren Köpfen. Selbstständig zu sein war der Wunsch von uns allen – deswegen gründeten wir 2017 unsere Digitalagentur mit dem Ziel, unsere eigenen Visionen selbstfinanziert zu realisieren.

Wer steckt hinter flexini und wie setzt sich Euer Team zusammen?

List: Unser Gründerteam setzt sich aus drei Personen zusammen: Dominic Land, Ruben List und Holger D. Schauf. Mittlerweile hat sich das Team vergrößert, aber die Führung und Finanzierung übernehmen wir selbstständig.

Sucht Ihr denn auch Mitarbeiter*innen und wenn ja, in welchen Bereichen kann man bei Euch tätig werden?

List: Gerade im Bereich Content und Social Media sind wir auf Verstärkung angewiesen und haben unser Team in diesen Bereichen auch schon vergrößert. Des weiteren sind wir auf der Suche nach weiteren Entwickler*innen, die uns beim Erweitern und Ausbauen von flexini helfen.

Wie sieht bei Euch ein »ganz gewöhnlicher Arbeitstag« aus?

List: Zum Wochenstart besprechen wir im Rahmen eines Jour Fixe in großer Runde die kommenden Aufgaben, die wir in innerhalb der Woche erledigen wollen. Am Ende der Woche wird dies dann besprochen – was hat gut geklappt, wo brauchte man Hilfe, etc.

An einem gewöhnlichen Arbeitstag sind wir im Büro, besprechen viele Dinge gemeinsam, lachen viel, sitzen in der Sonne und ab und an wird auch gearbeitet ;)

Ihr bietet Euren Service ja schon in vielen Städten, z.B. München, Berlin, Köln oder Hamburg an. Habt Ihr Pläne zur Expansion oder möchtet Ihr euch erst einmal auf die bisherigen Standorte konzentrieren?

List: Prinzipiell können wir unseren Service jedem Händler, egal in welcher Stadt, anbieten. Natürlich ist es im Rahmen einer Content-Strategie sinnvoll, die großen Städte sehr präsent darzustellen. Aus diesem Grund werden diese auch vordergründig behandelt. Denn dort befinden sich auch die meisten Händler.

Welche Kriterien müssen Händler erfüllen, um bei flexini gelistet zu werden?

List: Jeder Händler, ob mit oder ohne Werkstatt, kann bei flexini gelistet werden. Die buchbaren Services sind aufgeteilt in Werkstatt- und Beratungstermine. Dementsprechend können Fahrradhändler sowohl Termine für Generalinspektion und Reperaturen etc. anbieten als auch E-Bike-Beratung, Leasing oder Kleidungsberatung.

Was waren denn am Anfang, oder sind vielleicht immer noch Eure größten Hürden, und wie geht Ihr mit ihnen um?

List: Die größte Herausforderung ist für uns, an die Fahrradhändler heranzukommen. Während der Saison, die ungefähr von März bis September geht, sind sie sehr beschäftigt und dementsprechend wenig Zeit haben sie, sich mit neuen Systemen auseinanderzusetzen.

Hättet Ihr zum Schluss noch ein paar Tips und Tricks für neue Gründer*innen?

List: Der beste Tip: Wenn ihr eine Idee habt, von der Ihr überzeugt seid, dann ist es am besten, einfach loszulegen! Der erste Schritt ist immer der schwerste. Wichtig ist es, mit schmalen Lösungen zu beginnen und darauf aufzubauen – Stichwort Prototyping. Gerade als Gründer*in ist es hilfreich, in kleinen Schritten zu denken und zu handeln. So bleibt man flexibel und kann sich auf neue Rahmenbedingungen besser einstellen!



Über Ruben List:

Gemeinsam mit seinen Freunden Dominic Land und Holger D. Schauf entwickelt Ruben List (Bildmitte) die Plattform flexini für den Fahrradhandel. Ermöglicht haben sie sich dies durch ihre Digitalagentur »Story&Story«, die sie 2017 gründeten. Ruben Lists Aufgaben bei flexini reichen von Öffentlichkeitsarbeit über Marketing bis hin zu Design.

Seitdem er in der Schulzeit mit dem Internet in Kontakt gekommen ist, interessiert er sich für digitale Projekte und Plattformen und die Faszination dafür hat nie abgenommen. Im Gegenteil: Mittlerweile hat er diese zum Beruf gemacht. Das tolle am Web sind für ihn die Möglichkeiten, die moderne Entwicklungen und Technologien bieten: Ob Webportale, E-Commerce oder Design und Kunst, die Verschmelzung von so vielen Facetten aus unserem Leben begeistert ihn.


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