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Leben und Arbeiten in Köln

Ein Guide zum Leben im Startup-Hub Köln

von Robert Franzen, 8. Juli 2019 10:12
Auf der Suche nach einem neuen Abenteuer, nach einem Tapetenwechsel oder besseren Jobmöglichkeiten? Warum versuchst du dein Glück nicht in der Kölner Startup-Szene? Der Arbeitsmarkt boomt und vor allem im IT-Bereich und verwandten Berufsgruppen herrscht eine hohe Nachfrage. Auch für die Work-Life-Balance ist in der Domstadt gesorgt: Mit vielen Kneipen, einer schönen Altstadt und vielen Ausgehmöglichkeiten hast du die Qual der Wahl. Hört sich gut an? Perfekt. Wir haben dir hier einen Guide zum Leben in Köln zusammengestellt. Viel Spaß!

Deutschland liegt schon lange unter den Top 10 der beliebtesten Ziele für Expats. Grund dafür ist die boomende Wirtschaft und die vielen Jobmöglichkeiten, vor allem in der wachsenden Startup-Szene in Berlin. Aber nicht nur die Hauptstadt bietet viele Chancen für Arbeitssuchende im Startup-Bereich. 

Auch wenn Köln nicht unbedingt als Expat-Hub bekannt ist, findet sich hier ebenfalls eine wachsende Gemeinschaft an ausländischen Fachkräften, die sich vor allem im digitalen Umfeld tummeln. Doch nicht nur ausländische Fachkräfte werden von der Domstadt angezogen. Viele Deutsche suchen ebenfalls ihr Glück in Köln. Viele kommen zum Studieren an eine der größten und ältesten Universitäten Deutschlands und bleiben dann in der Rhein-Metropole hängen. Verlockend sind einerseits die vielen Jobmöglichkeiten, vor allem im Bereich Medien, sondern auch die wachsende Startup-Branche macht Köln gerade für viele IT’ler*innen sehr beliebt. Die alte Stadt am Rhein punktet mit ihrem Charm und ihren offenen Bewohner*innen. 

In Köln Fuß fassen

Die Beliebtheit der Stadt macht es Neuankömmlingen aber auch schwer, eine Wohnung zu finden, denn der Immobilienmarkt ist schwer umkämpft. Gerade Studierende und andere Menschen mit eher kleinem Budget suchen oft mehrere Monate eine bezahlbare Bleibe mit einigermaßen passender Lage und ausreichend Platz in der Millionenmetropole. Die effizienteste Methode ist vermutlich parallel in den Wohnungsanzeigen der großen Kölner Zeitungen (Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau) und auf Internetportalen wie www.immobilienscout24.de und www.immowelt.de zu stöbern. Auch bei der Facebook-Gruppe NETT-Werk Köln  werden ab und zu einige Wohnungsannoncen gepostet. 

Eine oftmals sinnvolle, aber dennoch etwas kostspielige Methode, ist es, eine*n Immobilienmakler*in einzuschalten, der/die sich im Kölner Immobiliendschungel auskennt und dadurch vielleicht schneller etwas Passendes findet. 

Wenn man denn endlich eine Wohnung gefunden hat, ist diese verglichen mit anderen Städten dennoch einigermaßen erschwinglich, so dass man mit einem mittleren Einkommen gut alleine eine Wohnung mieten kann. 

In der Innenstadt muss man für ein Ein-Zimmer-Appartement mit einem monatlichen Mietpreis von 500-850 € rechnen, in den Randbezirken findet man vielleicht auch eine etwas günstigere Wohnung. Im Vergleich: In In Hamburg zahlt man für eine ähnliche innerstädtische Wohnung zwischen 600-1000 € pro Monat, in Frankfurt zwischen 700-1100€ und in München sogar zwischen 800-1300 €.  Eine Drei-Zimmer-Wohnung ist entsprechend teurer, und man muss mit ungefähr 950-1500 € rechnen, je nach Größe und Lage. Viele ziehen wegen der Preise auch lieber nach Bonn und pendeln dann zur Arbeit nach Köln. Durch die Nähe der beiden Städte und die relativ gute Anbindung ist dies meist problemlos möglich. 

Leben 

Als ein kultureller Hub im Westen Deutschlands ist Köln vor allem für den Dom, Karneval (von Einheimischen auch die »5. Jahreszeit« genannt), viele Museen (auch eines zum Thema Schokolade) und gute Universitäten bekannt. Auch eine reiche Ausgehkultur wird in Köln gepflegt. Die multikulturelle Atmosphäre Kölns spiegelt sich zudem in der Restaurant- und Bar-Szene wider, aber auch die traditionelle Kölsche Küche ist immer noch sehr beliebt - nicht nur bei den Tourist*innen, sondern auch bei den Einheimischen selbst. 

Zudem ist Köln für seine LGBTQ-Community bekannt und der Kölner CSD (Christopher-Street-Day) ist ein jährliches Großereignis mit hunderttausenden Besucher*innen. Zentrum der Community ist die berühmte Schaafenstraße, die als die Ausgeh- und Partymeile beliebt ist. 

Generell werden in der Stadt viele unterschiedliche Freizeitaktivitäten angeboten, die man auf der Webseite der Stadt Köln nachlesen kann. Auch die lokalen Radiosender berichten von den Ereignissen in der Stadt und oft kann man bei Preisausschreiben noch Tickets o.ä. gewinnen. Im Kölner Umland gibt es ebenfalls viel zu entdecken. Hier kann man wandern gehen, zu Weinverkostungen fahren und im Winter sogar Ski. Wem hier also langweilig wird, ist selbst Schuld! 

Arbeiten 

Natürlich muss neben dem Vergnügen (leider) irgendwann mal gearbeitet werden, aber auch hier bietet die Domstadt ein breites Angebot an Möglichkeiten. Als Medienhauptstadt bekannt, befinden sich in Köln und Umgebung viele Hauptquartiere der größten Medienhäuser Deutschlands, zum Beispiel der RTL Group, des WDR, der DuMont Mediengruppe und von Ströer. Auch andere Firmen wie Bayer, die REWE Group, Lanxess und die Ford-Werke haben ihren Sitz in der Millionenmetropole. 

Doch nicht nur privatwirtschaftliche Firmen bieten Arbeit in Köln. Daneben sind viele Stiftungen und Non-Profit-Organisationen (NGOs) in Köln ansässig. Die meisten von ihnen fokussieren sich auf Entwicklungszusammenarbeit, Umwelt- & Klimaschutz sowie Bildung und Forschung.    

Die bereits erwähnte Startup-Szene hat in den letzten Jahren einen durchaus großen Boom erlebt und immer mehr Leute wagen einen Schritt in die Selbstständigkeit. Dies sieht man auch an den vielen Coworking-Spaces, die in den letzten Jahren in Köln entstanden sind. Hier tummeln sich neben Gründer*innen viele Freiberufler*innen sowie Expats und Digital Nomads, die ihr Lager in Köln aufgeschlagen haben. Wenn du gerne etwas mehr erfahren möchtest, haben wir dir hier eine Liste mit den größten und schönsten Coworking-Spaces in Köln zusammengestellt. 

Startups und die Startup-Szene

Köln hat zwar keine riesige, aber dennoch eine gut vernetzte und florierende Startup-Szene zu bieten. Die bereits erwähnte internationale und dynamische Atmosphäre Kölns verbindet sich gut mit der weltoffenen Mentalität der Rheinländer*innen. Vor allem im multikulturellen Szene-Viertel Ehrenfeld tummeln sich viele Startup-Unternehmen, die sich das Veedel mit Studierenden, Bohemen und jungen Familien teilen. Daneben gibt es viele internationale Restaurants, Bars, Cafés und vielerlei Einkaufsmöglichkeiten, die nicht allzu weit vom Stadtzentrum entfernt sind. Auch im Mediapark sind viele Startup-Unternehmen ansässig, die von der Nähe zu größeren Medienunternehmen profitieren können.

Diese Übersichtlichkeit ist ein weiterer Pluspunkt für die Kölner Startup-Szene, denn nach einer gewissen Zeit kennt gefühlt jede*r jeden. Da der Arbeitsmarkt auch noch nicht so überlaufen ist wie in anderen Hubs in Deutschland oder Europa, findet man relativ schnell Anschluss und neue Jobmöglichkeiten. Auch wenn gerade bei relativ jungen Unternehmen ein gewissen Risiko besteht, hat man dennoch die Möglichkeit sich so richtig zu entfalten und seine eigenen Ideen einzubringen und umzusetzen.  

Jobs kann man über die gängigen Jobportale finden, aber vor allem etwas spezialisierte Portale bieten einen guten Einstieg in die Kölner Startup-Szene. Da gibt es zum Beispiel Deutsche Startup-Jobs oder unser eigenes Portal Cologne.io.

Gehalt 

Wer arbeitet, wird natürlich auch entlohnt. 3.701 € Brutto verdient der/die Kölner*in statistisch gesehen im Monat - auch wenn nach oben und unten natürlich noch etwas Luft übrig ist. Dabei liegt Köln im bundesdeutschen oberen Mittelfeld. Spitzenreiter ist, wer hätte es gedacht, München (3.975 €) und Schlusslicht ist mit 2.846 € ist Leipzig. 

Angesichts der hohen Mietkosten scheint das auf den ersten Blick nicht sonderlich viel, allerdings ist Köln im Allgemeinen doch recht günstig, was die Lebensunterhaltungskosten und allgemeinen Ausgaben (Restaurants, Bars etc.) angeht. Natürlich wird vor allem in der Startup-Szene anfänglich meist nicht so viel gezahlt, wenn man aber dabei hilft, ein Unternehmen mit aufzubauen und dadurch viel Erfahrung sammelt, kann sich dies später durchaus bezahlt machen und in der Lohnabrechnung widerspiegeln. Und schließlich hat jeder einmal klein angefangen.

Fazit

Wenn du schon einmal mit dem Gedanken gespielt hast, nach Köln zu ziehen, dann ist die Antwort auf jeden Fall: Ja! Die Stadt am Rhein hat viel zu bieten, sowohl kulturell als auch arbeitstechnisch, ist dennoch relativ erschwinglich und liegt zentral zwischen Düsseldorf und Bonn. Auch wenn sie architektonisch gesehen vielleicht nicht gerade protzt vor Schönheit  (außer natürlich der Dom) besticht sie dennoch durch eine gewisse Atmosphäre, die es sonst nirgends in Deutschland zu finden gibt - und wenn du uns nicht glaubst, dann komm’ her überzeug dich einfach selbst!


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