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Foto©: ClickBuild GmbH & Co. KG // Karolina Kambouris
PropTech

Innovation in der Dachdeckerbranche dank ClickBuild: »Wir möchten Handwerksbetrieben den Fokus auf deren Kernkompetenz ermöglichen: Das Handwerk«

von Robert Franzen, 4. Juni 2020 09:29
Zettelwirtschaft, E-Mail-Korrespondenzen und Telefonkonferenzen machen den Alltag von Dachdecker*innen oft unnötig kompliziert und lenken sie manchmal sogar vom Wesentlichen ab: Dem Handwerk. Damit das nicht passiert, hat das PropTech-Unternehmen ClickBuild eine smarte Lösung entwickelt, die alle wichtigen Prozesse bündelt und teils automatisch abwickelt. Mehr dazu gibt es hier im Interview mit Karolina Kambouris, der Veranwortlichen für Produkt und Marketing.

ClickBuild vereinfacht das Dachdeckerhandwerk durch automatisierte, digitale Prozesse. Erkläre doch einmal kurz, worum es genau geht und was die Vorteile der Nutzung von ClickBuild sind.

Karolina Kambouris: ClickBuild digitalisiert den gesamten Prozess von Dachsanierungen und schafft damit eine deutliche Zeitersparnis in der Umsetzung von Projekten - von der Anfrage bis zum fertigen Dach. Wir möchten Handwerksbetrieben im Tagesgeschäft den Fokus auf deren eigentliche Kernkompetenz ermöglichen: Das Handwerk. Bei ClickBuild arbeiten alle Beteiligten eines Projekts auf einer Plattform zusammen, daher fallen komplizierte Abstimmungen per Mail, Telefon oder Fax komplett weg und werden stattdessen in einem gemeinsamen Projekt auf der ClickBuild-Plattform gebündelt und zu großen Teilen automatisch abgewickelt. Wichtig ist, dass die Beteiligten weiterhin direkt miteinander kommunizieren können, aber eben voll integriert, ohne Datenbrüche und Informationsverluste.


Das Handwerk ist eine Branche, welche die Digitalität bisher noch nicht wirklich durchdrungen hat. Wie erlebt ihr momentan diesen Wechsel hin zum Digitalen?


Karo: Im Handwerk gibt es viele tolle Digitalisierungsinitiativen und aktuell geht schon richtig was voran. Jedoch spüren wir leider noch keine wirkliche Aufbruchstimmung. Wir haben auch den Eindruck, dass viele Initiativen nicht das große Ganze, also Prozesse und Zusammenhänge über die gesamte Wertschöpfung hinweg, im Blick haben. Handwerksbetriebe und Lieferant*innen wissen aber natürlich um die Notwendigkeit, die Digitalisierung im eigenen Unternehmen anzugehen: Viele Betriebe beginnen damit verständlicherweise in kleineren Schritten und setzen dabei verstärkt auf digitale Tools, z.B. zur betrieblichen Zeiterfassung. Natürlich gibt es aber auch die Betriebe, die - je nach Digitalisierungsfokus des*der jeweiligen Geschäftsführer*in - auch schon seit einigen Jahren viel weiter denken und auf tolle, innovative Möglichkeiten im Rahmen der Digitalisierung setzen, z.B. Drohnentechnologie, Automatisierung von bürokratischen Prozessen und so weiter.


Gibt es mitunter auch Akteur*innen, die eher beim Alten bleiben wollen?

Karo: Tatsächlich lösen wir in vielen Betrieben bei den Junior*innen oder technikaffinen Meister*innen und Bauleiter*innen noch mehr Begeisterung aus als bei dem Senior*innen. Meist werden auch direkt die Junior*innen oder digital-affinen Teammitglieder in die Gespräche mit uns eingebunden. Das liegt zum einen an der größeren Offenheit der jüngeren, digital-affineren Generation, einfach mal etwas Neues, Innovatives auszuprobieren. Oft sehen weniger digital-affine Geschäftsführer*innen darin auch eine Chance, den Nachwuchs anpacken zu lassen und die Verantwortung für Digitaliserungsinitiativen abzugeben.


Die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft bedeutet oftmals auch einen Verlust von Arbeitsplätzen. Inwieweit ist das Handwerk von diesem Effekt betroffen?

Karo: Im Handwerk sind und bleiben manuelle Tätigkeiten unerlässlich. Software, Drohne und Co. sind im Handwerk eher Unterstützung und Entlastung, zum Beispiel, um Prozesse zu optimieren, Kommunikationswege effizienter zu gestalten und mehr Transparenz zwischen Baustelle und Büro zu schaffen. Uns bei ClickBuild geht es vor allem um eine Minimierung bürokratischer Aufwände, auf die ohnehin niemand Lust hat.


Ihr habt eine Niederlassung in Siegburg und eure Geschäftsstelle in Bad Berleburg. Kann ich euren Dienst nur im Rheinland bzw. Kreis Siegen in Anspruch nehmen oder auch in anderen Teilen Deutschlands?

Karo: ClickBuild agiert deutschlandweit. Wir starten mit einem vertrieblichen Fokus auf NRW, bauen unser Lieferantennetz aber in allen Regionen Deutschlands weiter aus. Wir haben durch unsere Joint Venture Partner ein großes Netzwerk, auch über die deutschen Grenzen hinaus.


Im Moment kümmert ihr euch um Dachsanierungen. Könntet ihr euch vorstellen, auch andere Bereiche des Baus zu erschließen?


Karo: Wir sind mit dem Bereich der Industriedachsanierung gestartet und werden unser Portfolio in Richtung Neubau und Fassade sowie Privatdächer hin ausbauen. Wir können uns aber auch sehr gut vorstellen, dass in Zukunft noch viel mehr kommt. Unsere Plattform haben wir grundsätzlich so gebaut, dass wir flexibel die Anforderungen verschiedener Gewerke abbilden können.


Welche beruflichen Hintergründe haben die Gründer*innen und wie ist die Idee für ClickBuild entstanden?

Karo: Unser Geschäftsführer, Stephan Wierig, ist im Familienbetrieb quasi in die Bereichen Industriedach und -Fassade hineingewachsen und hat 2012 seinen eigenen Betrieb gegründet, der auf die Projektumsetzung in der Industriehallensanierung spezialisiert ist.

Die Idee für ClickBuild kam Stephan nach einem Gespräch mit Karl-Heinz Land, einem der Insider der digitalen Transformation in Deutschland. Stephan und Karl-Heinz haben sich zufällig im Flugzeug kennengelernt und sich über die Möglichkeiten von Digitalisierung und Automatisierung in unterschiedlichen Branchen unterhalten. Anschließend war Stephan so angefixt, dass die Idee von der durchgängigen und zeitsparenden Lösung im Dachdeckerhandwerk, das heutige ClickBuild, geboren wurde.

Karl-Heinz hat daraufhin Stephan und EJOT, einen mittelständischen Befestigungshersteller mit über 3.500 Mitarbeiter*innen weltweit, zusammengebracht. Mit der gemeinsamen Vision, die Baubranche digitaler und innovativer zu gestalten, wurde aus ersten Gesprächen eine gemeinsame Sache: ClickBuild ist ein Joint Venture aus EJOT, Stephan und Karl-Heinz. Als mittelständisches, international agierendes Unternehmen legt EJOT viel Wert auf schnelle Entscheidungen und innovative neue Geschäftsmodelle. Das ergänzt sich mit der Erfahrung und dem strategischen Weitblick von Karl-Heinz Land sowie der operativen Bauerfahrung und Vision von Stephan sehr gut: Insgesamt gelingt es uns, mit der gemeinsamen Erfahrung, dem Branchen Know-How und Netzwerk ClickBuild sehr praxisnah zu entwickeln.


Mit welchen Herausforderungen seht ihr euch beim Aufbau eures Business konfrontiert und wie löst ihr diese?

Karo: Wir schätzen uns glücklich, dass wir durch die Unterstützung unserer Joint Venture Partner sehr viel Erfahrung und Know-How abrufen können. Das hilft uns sehr. Aber natürlich haben wir auch mit den üblichen Themen im Aufbau und Wachstum eines jungen Unternehmens zu kämpfen. Interne Prozesse müssen geschaffen, ein Team aufgebaut, technische Herausforderungen gemeistert und alles gleichzeitig vorangetrieben werden. Das macht aber auch wahnsinnig viel Spaß. Eine externe Herausforderung ist definitiv, dass unsere potenziellen Kund*innen operativ so eingebunden sind, dass diese sich kaum Zeit für strategische Digitalisierungsinitiativen nehmen können - Ausnahmen bestätigen die Regel. Genau darauf zielen wir aber ab: Weniger Bürokram und operativer Stress zugunsten von mehr Zeit für strategische Themen. Insgesamt haben wir festgestellt, wie wichtig es ist, operativ richtig Gas zu geben und dabei nicht den strategischen Weitblick zu verlieren


Habt ihr vielleicht Tipps für Neu-Gründer*innen allgemein und im Baugewerbe im Speziellen?


Karo: Wir sind davon überzeugt, dass man als Gründer*in das richtige Maß zwischen Vision und operativer Umsetzung finden muss. Dann kommt es darauf an, möglichst früh mit potenziellen Kund*innen zu sprechen und deren Nutzungs- und Zahlungsbereitschaft auszuloten - und dann schnell in die Umsetzung zu kommen. Insgesamt ist das Branchennetzwerk, gerade im Baugewerbe, sehr wichtig und wir empfehlen allen Neu-Gründer*innen, das von Beginn an zu forcieren und sich ein solches branchenrelevantes Netzwerk aufzubauen.

Foto ©: ClickBuild GmbH & Co. KG // Karolina Kambouris


Über Karolina Kambouris: 

Karo ist Head of Product Marketing & Customer Success bei ClickBuild. Sie ist für die Bereiche Produkt Management, Marketing sowie verschiedene Business Development-Themen verantwortlich. Die studierte Betriebswirtin hat nach ihrem Master in München als Beraterin in einer Unternehmensberatung für digitale B2B Vermarktung gearbeitet. Karo hat das Potenzial der Digitalisierung in Baubranche und Handwerk erkannt und ist mit ihrer Erfahrung im Projektmanagement für Softwarentwicklungsprojekte und der B2B Softwarevermarktung im Januar 2020 in das ClickBuild Team gewechselt, um den Aufbau von ClickBuild mitzugestalten. 



Wenn du neugierig geworden bist, dann schau gerne mal auf der Website von ClickBuild vorbei.



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