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Persönliche Entwicklung

Personal Branding - in 5 Schritten zur »Marke Ich«

von Robert Franzen, 31. Oktober 2019 09:00
Gerade in Zeiten des Internets war es nie einfacher - aber auch noch nie wichtiger - sich mit Personal Branding von der Konkurrenz abzuheben. Vor allem als Freelancer*in oder Gründer*in kann dies oft der entscheidende Faktor zum Erfolg sein. Wie auch du dich mit ein paar Tricks zur Marke machen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was haben Steve Jobs, Elon Musk oder auch Dieter Bohlen gemeinsam? Richtig: Wiedererkennungswert. Sie haben das geschafft, was Thema dieses Artikels ist - Sie haben sich selbst zur Marke stilisiert, die in der breiten Öffentlichkeit bekannt und vor allem wiedererkennbar ist. Gerade Steve Jobs und Elon Musk sind super Beispiele dafür, wie sich Geschäftsleute von ihren Businesses losgelöst und ihr Gesicht fast schon als Werbung für diese verwendet haben. Auch Dieter Bohlen dürfte mittlerweile durch seine Rolle als Sprüche klopfender Juror bei DSDS bekannter sein, als durch seine Zeit als Teil des Musiker-Duos Modern Talking. 

Was ist Personal Branding? 

Diese Beispiele zeigen eigentlich schon ganz gut, worum es beim Personal Branding (PB) eigentlich geht: Eine »Personenmarke« kreieren. Im Gegensatz zum sogenannten »Corporate Brand« steht hier keine Firma oder ein Produkt im Mittelpunkt, sondern eine Person. Deshalb nennt man diese Strategie im Deutschen auch schlicht und einfach »Selbstvermarktung« oder »Marke Ich«. Bekanntheit erlangte der Begriff Ende der 90er durch den amerikanischen Unternehmensberater Thomas J. Peters. Auch wenn dieser nicht klar definierte, was alles unter dem Begriff Personal Branding zu verstehen ist, hat sich dieses Konzept in den letzten 20 Jahren weit verbreitet und in vielen verschiedenen Bereichen an Bedeutung gewonnen. Sei es im Showgeschäft, der Unternehmenskultur oder bei Internetpersönlichkeiten. 

Eine wichtiger Hinweis vorab: Selbstvermarktung heißt nicht, dass man seine Person oder gar seine Persönlichkeit verändern soll, um die Erwartungen anderer zu erfüllen. Beim PB geht es vielmehr darum, seine bereits existierenden persönlichen Stärken hervorzuheben und diese gewinnbringend zu »vermarkten«. Da es also keine klare Definition beziehungsweise eine klare Abgrenzung gibt, was alles unter den Begriff »Personal Branding« fällt, hat hier jede*r einzelne die Möglichkeit, seinen oder ihren Touch hinzuzufügen und sich auszuprobieren. 

Wofür brauche ich Personal Branding?    

Wie am Anfang beschrieben, machen sich diese Selbstvermarktung vor allem Personen des öffentlichen Lebens zu Nutze, die Beispiele Elon Musk und Steve Jobs sollen jedoch verdeutlichen, dass diese Strategie durchaus auch für (Jung-)Unternehmer*innen, Gründerinnen oder Freelancer*innen von Vorteil sein kann, um sich ein gewisses Renommee aufzubauen. Personal Branding dient ja vor allem dem Herausstechen aus der Masse und soll die eigene Authentizität und Professionalität unterstreichen sowie den Bekanntheitsgrad steigern. Gerade in der heutigen Zeit ist dies immens wichtig geworden, da sich durch das Internet und die fortschreitende Digitalisierung eine bisher nie dagewesene Möglichkeit bietet, sich selbständig zu machen und seine Dienste und/oder Produkte (online) anzubieten. Dies wiederum begünstigt natürlich auch einen immensen Wettbewerb, den es erst einmal zu bewältigen gilt. Gerade für freiberufliche Software-Entwickler*innen, SEO-Expert*innen, Copywriter*innen, Online-Redakteur*innen oder Grafiker*innen kann PB eine wunderbare Maßnahme sein, sich besser zu positionieren und sich in seiner Nische »einen Namen zu machen« und damit auch Erfolge zu erzielen.

Auch für Unternehmer*innen und Gründer*innen kann eine Personenmarke eine durchaus effektive Möglichkeit sein, Vertrauen bei Investor*innen und Kund*innen aufzubauen und seinen Produkten eine gewisse Attraktivität zu geben. Wer zum Beispiel schon einige erfolgreiche Startups gegründet hat, in der Szene relativ bekannt ist und viele wichtige Menschen kennt, dem kann PB immens dabei helfen, ein »immaterielles Kapital« zu erzeugen, was sich wiederum positiv auf das Startup auswirkt. Dieses immaterielle Kapital kann auch durchaus dazu beitragen, Kosten zu sparen, z.B. beim Marketing und der Akquise. Dieses immaterielle Kapital können sich natürlich auch Freiberufler*innen zu Nutze machen, denn durch Mund-zu-Mund-Propaganda und Weiterempfehlungen lassen sich viele neue Aufträge generieren. 

5 Tricks, damit auch du eine Marke wirst

Damit dies gelingt, haben wir dir hier ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, wie du dir deine eigene Marke aufbauen kannst. Wichtig ist, dass du nicht unüberlegt mit der Selbstvermarktung loslegst, sondern dass du dir vorher eine genaue Strategie zurechtlegst, wie diese Vermarktung deiner Person aussehen soll. Folgende Anregungen können dir beim Planen helfen: 

1) Finde deine Nische 

Als erstes solltest du dir bewusst machen, in welche Nische du eintauchen möchtest bzw. was hier dein Alleinstellungsmerkmal sein könnte. Dies hängt natürlich stark von deinem Beruf/deiner Ausbildung oder von deiner Gründungsidee ab, aber vielleicht gibt es ja Bereiche, wo du besondere Kenntnisse besitzt und/oder besonderen Spaß dran hast, die obendrein noch einen Mehrwert für deine Zielgruppe besitzen. So ist zum Beispiel die Bezeichnung »Software-Entwickler*in« recht generisch, aber du könntest dich zum Beispiel als »Frontend-Entwickler*in mit Fokus auf Performance-Optimierung« präsentieren oder z.B. als »Online-Marketer*in mit Fokus auf Growth Hacking« oder »Fotograf*in im Bereich E-Commerce-Produkte« durchstarten. Durch diese Eingrenzung wissen Arbeitgeber/Unternehmen sofort was Sache ist und welchen Vorteil du bringst.

2) Mache dich zum/zur Expert*in auf deinem Gebiet 

Hast du diese Nische gefunden, geht es bei Schritt 2 darum, Expertenwissen aufzubauen. Idealerweise ist dies natürlich ein Thema, das dich sehr interessiert und in dem du dich bereits gut auskennst, damit du dir viel schneller ein detailliertes Wissen aneignen kannst. So könnten erste Schritte die Teilnahme an Workshops, Seminaren oder Fortbildungen sein oder einfach im Internet nach zusätzlichem Wissen zu suchen (vor allem YouTube ist dafür eine super Plattform). Du kannst dir außerdem z.B. auch andere Expertenblogs und/oder wissenschaftliche Literatur durchlesen. Auch berufliche oder private Erfahrungen (z.B. im Ausland, durch Praktika etc.) können tolle Ergänzungen sein, die dich von der Konkurrenz abheben.  

3) Demonstriere dein Wissen/deine Kompetenzen 

Im dritten Schritt geht es dann darum, dein Expertenwissen, das du dir aufgebaut hast, auch zu demonstrieren. Dies könntest du z.B. durch die Veröffentlichung von Fachartikeln, Interviews und/oder YouTube-Videos bewerkstelligen. Auch Vorträge sind hilfreich, um das eigene Renommee auszubauen. Man denke nur an TED-Talks, Konferenzen o.ä. Ein eigener Blog, den du regelmäßig mit relevantem Content füllst, kann ebenfalls ein super Vehikel sein, deine Kompetenzen in deiner Nische vorzustellen. Tipp: Mache dich auch mit »Storytelling« vertraut und nutze es zu deinem Vorteil (z.B. Aufbereitung von interessantem Content je nach Art des Kanals, dazu gehören aber auch Stringenz in deinem Stil/deiner Arbeit, Softskills wie Rhetorik- und Präsentationsskills sowie dein Auftreten etc.). Auch die profimäßige Bearbeitung von Bild- und Videomaterial kann ein durchaus hilfreicher Skill sein, deine Professionalität und Kompetenz zu untermauern und zu demonstrieren.  

4) Erhöhe deine mediale Präsenz  

Hast du guten Content entwickelt und deine Webseite gut gefüllt, kannst du dich an die Arbeit machen, deine mediale Präsenz zu erhöhen. Dies geht wie gesagt einerseits durch einen eigenen Blog und/oder YouTube-Kanal, andererseits sollte man aber noch einen Schritt weiter gehen und durch Social-Media-Kanäle und/oder deine eigene Webseite versuchen, noch mehr Menschen zu erreichen. Dass diese Methode durchaus erfolgreich sein kann, sieht man an vielen prominenten Beispielen, allen voran an dem derzeitigen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, der Twitter als sein Hauptkommunikationsmittel nutzt, um seine Meinungen und Ansichten kundzutun. Sehr hilfreich kann es zudem sein, sich ein eigenes Netzwerk auf- und auszubauen. Hast du z.B. einen Blog oder einen YouTube-Kanal, kannst du z.B. mit Gastbeiträgen bei bereits etablierten Blogger*innen deiner Nische oder mit Kooperationen deine Bekanntheit bei den Leser*innen und Zuschauer*innen steigern. Auch LinkedIn oder Xing sind super Tools, sich ein professionelles und weitreichendes Netzwerk aufzubauen. Meetups sind ebenfalls eine tolle Gelegenheit, um Kontakte in die Branche zu knüpfen.

5) Pflege deine Marke

Wenn du all diese Schritte erfolgreich durchgeführt hast, ist es wichtig, dass du dich nicht auf deinen Lorbeeren ausruhst, sondern kontinuierlich an deiner Marke arbeitest. Eigne dir mehr Wissen an, achte stets auf die Qualität deiner Artikel/Blogposts, baue dein Netzwerk weiter aus und versuche, in deiner Nische immer auf dem neuesten Stand der Dinge zu bleiben. 

 

Hast du all diese Tipps und Tricks in die Tat umgesetzt, musst du im Endeffekt nur noch warten, bis deine harte Arbeit Früchte trägt. Dies geschieht meist nicht über Nacht, deshalb ist vor allem am Anfang viel Geduld gefordert. Ein zusätzlicher Tipp: Es kann durchaus sinnvoll sein, sich anzuschauen, wie es bereits erfolgreiche Leute ganz nach oben geschafft haben. Du sollst diese Menschen natürlich nicht eins zu eins kopieren, aber wenn du dir ein paar von deren Strategien abschaust, kann dies durchaus positive Resultate hervorbringen. Denn: Ein Meister ist bisher noch nicht vom Himmel gefallen und das Rad muss man schließlich auch nicht neu erfinden. Auch Stars ein Steve Jobs und ein Bill Gates haben mal ganz klein in der heimischen Garage angefangen und sich dann zu einigen der erfolgreichsten Menschen unserer Zeit hochgearbeitet. Und wenn die das erfolgreich gemacht haben, kannst du das auch!  

Du bist Freiberufler*in oder Gründer*in und suchst noch ein Plätzchen wo du deine Ideen in die Tat umsetzten kannst? Dann schau mal bei unserem Artikel »Coworking Spaces in Köln« vorbei und finde den richtigen Ort für dich und deine Idee(n).


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